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Wenn Mumien eine Pulsuhr tragen: Halloween-Lauf in Kobern-Gondorf
Kobern-Gondorf - Dem Kürbis rinnen beim Endspurt die Schweißperlen über die orangefarbene Stirn, der kleine Ritter läuft trotz voller Kampfmontur noch locker- flockig Richtung Ziel, während Spiderman ganz entspannt der jubelnden Zuschauermenge zuwinkt – was schert auch schon eine gute Zeit, wenn man einmal ganz ausgiebig soviel Rampenlicht genießen kann?
Das sieht wohl auch der Teufel so, der oben auf der Bühne am Kobern-Gondorfer Marktplatz steht. Egal wie schnell, egal wie langsam: Jürgen Sabel vom Lauftreff Untermosel, der sich die satanische Maske übergestülpt hat, lässt den Kindern, die hier gerade bunt und finster kostümiert durch den Moselort hechten, ihren Spaß, feuert teuflisch-gut auch die Nachzügler an, die der Moderator des vierten Kobern-Gondorfer Halloween-Laufs allesamt begeistert im Ziel willkommen heißt.
Fast schon traditionell – wenn man denn bei der vierten Auflage der Laufveranstaltung zumindest von einer kleinen Tradition sprechen kann – hat Halloween das Untermoseldorf am Vorabend von Allerheiligen wieder fest im Griff. Allerdings rennen hier Kinder nicht von Haustür zu Haustür, um mit der Drohung von Saurem (nämlich bösen Streichen) Süßes zu erpressen. Gerannt wird hier einfach für den Spaß, aber auch aus sportlichem Ehrgeiz.
Denn während es den kleinsten Akteuren im Bambini- und teils auch noch im Schüler- und Jugendlauf hauptsächlich um die Gaudi geht, laufen die Erwachsenen im Hauptlauf doch vornehmlich gegen die Uhr und nicht für die Schau – und so ist manche sportliche Mumie an diesem Abend nicht nur mit viel Kunstblut, sondern auch mit einer Pulsuhr ausgestattet. Und: Der Sieger des Hauptlaufs bleibt auf der knapp zehn Kilometer langen Strecke deutlich unter 30 Minuten, stellt dabei einen neuen Streckenrekord auf. Einen neuen Rekord verzeichnen die Veranstalter am Ende des Abends auch bei den Teilnehmerzahlen. Mehr als 800 Läufer sind an den Start gegangen. „Super, diese Resonanz“, freut sich Roland Wesche, einer der Initiatoren vom Lauftreff Untermosel.
Der belohnt die kleinen Sportler für ihre Teilnahme mit einem leckeren Kürbisläufer. Für die Erwachsenen geht es später noch schaurig-schummrig bei einer Halloween-Party in der Schlossberghalle weiter.
Von unserer Mitarbeiterin Annette Hoppen
BeGEISTERung zu Halloween Lauf-Event in Kobern-Gondorf

Halloween ist inzwischen als Fest in Deutschland angekommen. Gerade die Kinder sind begeistert, in gruseliger Maskierung durch die Straßen zu ziehen und unter dem Motto »Süßes oder Saures« allerlei Leckereien einzusammeln. Leider nutzen einige diese Nacht vor Allerheiligen auch zu so genannten Streichen, die sich oft im Bereich der Sachbeschädigung bewegen. So auch dieses Jahr wieder in Kobern-Gondorf, aber die riesige Mehrheit dort war mit ganz anderen, nämlich sportlichen Dingen beschäftigt.
Zum vierten Mal bereits hatte der Lauftreff Untermosel zum Halloween-Lauf geladen, und rekordverdächtige über 800 Läuferinnen und Läufer waren der Einladung gefolgt. Und die erlebten ab 18 Uhr zunächst den Bambini-Lauf in zwei Durchgängen, einen Schüler-, einen Jugend- und einen Jogginglauf, weiterhin wurden in den Kategorien Walking, Nordic Walking und einer Staffel die Kräfte gemessen. Der Höhepunkt aber war natürlich wieder der Hauptlauf über gut 10 km, der um 20.30 Uhr mit 281 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gestartet wurde. Hier lief Damte Kaushu Taye vom Team Brandschutz Issermann, Mendig mit 28 Minuten 31 Sekunden einen deutlichen, neuen Streckenrekord, gefolgt vom Vorjahressieger Tobias Dreier vom SG Wenden mit 30.14 und Jörg Gehlsdorf von der LG Lahn Aar Esterau mit 31.53. Schnellste Frau war auf Platz 9 wieder Verena Dreier mit 34.23, auch das neuer Streckenrekord, gefolgt von »Spinnenfrau« Linda Betzler von der LG Rhein Wied auf Platz 10 mit 36.20 und, auf Platz 12, Lisa Jaschke vom Runners Point mit 36.46. Bei der Staffel siegten übrigens die »Hatzenpodda«. Die vollständigen Ergebnisse aller Läufe, auch aufgeschlüsselt nach Altersklassen, finden Sie auf www.halloween-lauf.de.
Aber natürlich gehören zu diesem Lauf nicht nur die Zeiten. Auch die Kostüme spielen hier eine große Rolle. Zumal bei den Kindern gab es da manch gruselige Verkleidung zu entdecken, bei den Erwachsenen waren sie diesmal etwas seltener gesät, aber dafür auch geisterhaft gut, wie die Bilder beweisen. Kommentator und gar teuflischer Anfeuerer auf der Bühne war Jürgen Sabel, da lief man doch gleich einen Schritt schneller...
Die Siegerehrung war auch in diesem Jahr wieder eingebettet in die Halloween-Party in der Schlossberghalle, zudem gab es dort eine große Tombola mit sehr wertvollen Preisen.
Was soll man sagen, BeGEISTERung pur eben, der Lauf in Kobern-Gondorf entwickelt sich zum Klassiker, ab dem nächsten Jahr soll er im Wechsel mit Winningen veranstaltet werden.

